Geschichte



I. Ziel

II. Editionen

II a) Gnome Edition (vormals Hauptausgabe)

II b) LMDE (Linux Mint Debian Edition)

II c) KDE Community Edition

II d) Xfce Community Edition

II e) Fluxbox (Community) Edition

II f) LXDE Community Edition

II g) Peppermint OS

II h) USA-Japan Distribution

III. Versionsnummern und Codenamen



Linux Mint ist ein sehr modernes Betriebssystem. Die Entwicklung begann erst im Jahre 2006. Allerdings basiert es auf sehr fortgeschrittenen Software-Schichten und zieht Nutzen aus dem Linux-Kernel, den GNU-Werkzeugen und dem GNOME-Desktop. Als Ausgangsbasis benutzt es das Ubuntu- und das Debian-Projekt.

Das Linux Mint Projekt konzentriert sich darauf, den Desktop benutzerfreundlicher und effizienter für die täglichen Arbeiten des Benutzers zu machen. Unterhalb des Desktops profitiert das Betriebssystem von einer starken Basis, einer riesigen Sammlung von Software und einem sehr gut integrierten Set an Diensten.

Nach Beginn des Projekts wurde Linux Mint sehr schnell bekannt und ist heute unter den am Meisten genutzten PC-Betriebssystemen der Welt.

Ziel


Die Absicht von Linux Mint ist es, ein Desktop-Betriebssystem anzubieten, welches von Heimanwendern und Unternehmen kostenlos genutzt werden kann. Und dabei effizient, elegant und leicht bedienbar zugleich ist.

Eine der Ambitionen des Linux Mint Projekts ist es, die Nummer 1 Alternative zu Microsoft Windows auf dem PC zu werden.

"Es ist nicht das Ziel, wie Microsoft Windows oder Apple MacOS auszusehen, sondern unsere eigene Idee eines idealen Desktops zu verwirklichen. Wir sollten das Beste machen aus den modernsten und innovativsten Technologien, die unter Linux existieren und es so leicht wie möglich für jeden machen, die fortgeschrittenen Funktionen zu nutzen."

Editionen


Wie von Ubuntu gibt es auch von Linux Mint verschiedene Varianten, die sich in Arbeitsumgebung, Fenstermanager oder den mitgelieferten Softwarepaketen unterscheiden.

Gnome Edition (vormals Hauptausgabe)


Das Linux-Mint-Derivat Linux Mint Main Edition, aktuell Linux Mint 15 „Olivia“ (Stand Mai 2013), unterscheidet sich von Ubuntu nur in einigen Details. So sind insbesondere Codecs für verschlüsselte DVDs, MP3 oder DivX sowie Plugins wie Adobe Flash und Oracle Java enthalten. Des Weiteren ist in der neuen Version die Groupware Evolution nicht mehr automatisch installiert. Auch existieren ein neues Konfigurationsprogramm und ein überarbeitetes Menü, die beide von SUSE Linux Enterprise Desktop (SLED) inspiriert sind. Zudem ist NDISwrapper für die Unterstützung von WLAN-Karten ohne eigenen Linux-Treiber vorinstalliert und es gibt einige Programme und Anleitungen, um die Kommunikation mit Windows-Systemen auf dem gleichen oder anderen Computern zu vereinfachen. Technisch benutzt man die Paketquellen von Ubuntu sowie eine weitere, eigene mit den veränderten und zusätzlichen Paketen. Dadurch sind für die Benutzer von Linux Mint alle Aktualisierungen von Ubuntu ebenfalls verfügbar. Die erste Version der Distribution erschien am 27. August 2006.

Mint-Menü

Eine der Besonderheiten von Linux Mint Gnome Edition ist ein komplett neu entwickeltes Systemmenü, das sich im Aufbau an dasjenige von SLED oder auch Microsoft Windows Vista anlehnt. Besonderheiten sind hier die Möglichkeit, das Menü selbst zu durchsuchen, und eine Option, um besonders oft genutzte Programme hervorzuheben. Für die KDE-3-Edition wurde hier mit TastyMenu ein ähnliches, extern entwickeltes Menü genutzt.

Das mintMenu ist auch unter anderen Ausgaben lauffähig, etwa der Xfce-Edition, seit dem 21. Juli 2012 wird es für Version 13 (Maya) auch offiziell unterstützt. Unter Version 12 ist das mintMenu nur noch unter dem MATE Desktop Environment verfügbar. Unter Gnome 3 wurde es durch Mint Gnome Shell Extensions (MGSE) und Cinnamon ersetzt.

Cinnamon

Mit Version 12 wurde neben dem MATE Desktop Environment, einem Fork von GNOME2, die Möglichkeit vorgestellt, Gnome 3 zu benutzen. Um auch in Gnome 3 den Linux Mint-Nutzern ein vertrautes Aussehen des Desktops zu ermöglichen, wurden die Mint Gnome Shell Extensions (MGSE) eingeführt, die eine Taskleiste sowie ein Startmenü bereitstellen. Da es sich bei den MGSE lediglich um Plugins der Gnome-Shell handelte, stießen sie bald an ihre Grenzen. Deshalb wurde beschlossen, die MGSE in einen Fork der Gnome-Shell mit dem Namen Cinnamon (engl. „Zimt”) umzuwandeln, der in Version 13 eingebettet wurde.

LMDE (Linux Mint Debian Edition)

Seit dem 7. September 2010 gibt es die Debian Edition. Sie basiert auf Debian Testing. Die Debian-Variante „testing“ ist der Kandidat für die nächste „stabile“ Variante, in die nach und nach neueste Software, Updates und neue Anwendungspakete eingebunden werden. Die Testing-Variante entwickelt sich so ständig weiter, dabei bleibt das System voll einsatzfähig. Dieses Verfahren wird häufig für Arbeitsplatzrechner genutzt, wo man auf neueste Software und Unterstützung neuer, aktueller Hardware Wert legt. LMDE muss nur einmal installiert werden und kann mittels des mintUpdate-Programms ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden (Rolling Release). Im Dezember 2010 erhielt die Distribution Unterstützung für 64-Bit-Prozessoren.

KDE Community Edition

Am 20. April 2007 wurden als Ergänzung der Linux-Mint-Distributionsfamilie die KDE Edition sowie eine abgespeckte miniKDE Edition veröffentlicht, die beide anstelle des Gnome-Desktops KDE Plasma als Desktop verwenden.

Xfce Community Edition

Am 7. August 2007 wurde als weitere Ergänzung der Linux-Mint-Distributionsfamilie die Xfce Community Edition veröffentlicht, die den Xfce-Desktop verwendet. Diese Arbeitsumgebung ist besonders für ältere Geräte geeignet und startet andererseits auf aktueller Hardware sehr schnell. Seit dem 6. April 2011 basiert diese Edition auf Debian Testing. Das bedeutet, dass es sich hier ebenfalls um ein Rolling Release handelt, das besonders aktuelle Pakete und laufende Upgrades vorweisen kann.

Fluxbox (Community) Edition

Die Fluxbox Edition erschien zunächst als Community Edition, als Beta-Version zum ersten Mal am 3. Januar 2008 als Variante von Linux Mint 4.0, stabil am 21. Oktober 2008 als Variante von Linux Mint 5, und, mit Unterbrechung bei Linux Mint 7, zuletzt am 6. September 2010 als offizielle Variante der Long-Term-Support-Ausgabe Linux Mint 9. Die Fluxbox Edition basierte auf den Gnome- und Xfce-Varianten, verwendete aber den ressourceschonenden Fenstermanager Fluxbox und benötigte lediglich 256 MB RAM.

LXDE Community Edition

Am 31. März 2010 erschien zum ersten Mal die LXDE Community Edition. Sie basiert auf der Lubuntu-Variante und verwendet die Desktop-Umgebung LXDE.

Peppermint OS

Eine weitere LXDE-Variante wird extern unter dem Namen Peppermint OS entwickelt. Diese ist als Peppermint Ice optional auch mit Google Chrome statt Firefox verfügbar. Das Besondere dieser Version ist, dass sehr viele Programme, welche auf ein Cloud-basiertes Arbeiten ausgelegt sind, vorinstalliert sind. Dazu gehört z. B. Google Drive als weitere Möglichkeit neben Gnumeric und Abiword Dokumente zu bearbeiten. Man ist jedoch nie darauf angewiesen, alle Programme über das Internet auszuführen, so dass man mit dem Mint-Fork auch dann arbeiten kann, wenn man sich nicht ins Internet einwählen kann.

USA-Japan Distribution

Seit dem 29. März 2007 steht eine USA-Japan Distribution (vormals Light- oder Universal Edition) von Linux Mint zur Verfügung. Sie enthält keinerlei proprietäre oder patentierte Software und ist vor allem für Benutzer geeignet, die auf freie Software setzen, und für Benutzer in Ländern, in denen das Herunterladen einer Distribution mit proprietärer oder patentierter Software verboten ist. Adobe Flash ist hier durch Gnash ersetzt, Unterstützung für verschlüsselte DVDs, Windows-Codecs, Unterstützung für geschützte Formate (zum Beispiel MP3), Unrar und Sun Java ist nicht vorhanden.

Versionsnummern und Codenamen


Jeder Release von Linux Mint erhält einen eigenen Codenamen (bei Windows wären die Namen entsprechend 95, 98, 2000, XP, Vista usw.).

Versionsnummern und Codenamen folgen einer eigenen Logik in Linux Mint.

  • Seit Version 5 folgt Linux Mint einem sechsmonatigen Veröffentlichungs-Zyklus und benutzt ein vereinfachtes Versions-Schema. Die Versionsnummer wird einfach alle 6 Monate erhöht.

  • Wenn zu einem bestimmten Release Überarbeitungen gemacht werden (vergleichbar mit den Service Packs in Windows), erhält die Versionsnummer eine Erweiterung. So wird aus der “6” etwa Version “6.1”.

  • Codenamen in Linux Mint sind immer Frauennamen, die mit “a” enden. Sie folgen einer alphabetischen Reihenfolge und der erste Buchstabe des Codenamens entspricht dem Index der Versionsnummer im Alphabet.

Bis jetzt nutzte Linux Mint die folgenden Codenamen:

Ver.

Code

Basis

Veröffentlichung

Bemerkungen/Neuerungen
1.0 Ada Kubuntu 6.06 LTS 27. August 2006 Erste Version
2.0 Barbara Ubuntu 6.10 13. November 2006
2.1 Bea 20. Dezember 2006 Diverse Detailverbesserungen, insbesondere im Bereich WLAN
2.2 Bianca 20. Februar 2007 Neues Menü und Konfigurationsprogramm nach dem Vorbild von SLED
3.0 Cassandra Ubuntu 7.04 30. Mai 2007
3.1 Celena 24. September 2007 Diverse Detailverbesserungen; neue (schwarze) Standardoptik; keine automatische Aktualisierung mehr
4.0 Daryna Ubuntu 7.10 15. November 2007[6] Diverse Detailverbesserungen; die von Ubuntu übernommene halb-automatische Aktualisierungsfunktion wurde komplett entfernt und durch das systemeigene Tool mintUpdate ersetzt, das die Aktualisierungen in verschiedene Vertrauensstufen kategorisiert und dem Nutzer damit die Aktualisierung erleichtern soll
5 Elyssa Ubuntu 8.04 LTS 9. Juni 2008[7] Verbesserung von mintMenu (u. a. neue Programm-Deinstallationsfunktion), mintInstall (Unterstützung für das Software-Portal GetDeb.net) und mintUpdate; erste Version mit PulseAudio
6 Felicia Ubuntu 8.10 15. Dezember 2008[8] Die Light Edition heißt nun Universal Edition und wird neu als Live-DVD (und nicht mehr Live-CD) veröffentlicht; neuer Software Manager mit Bildschirmfotos und Benutzer-Rezensionen; Gufw Firewall; mint4win ein auf Wubi von Ubuntu basierender Windows-Installer[9]
7 Gloria Ubuntu 9.04 26. Mai 2009[10]
8 Helena Ubuntu 9.10 28. November 2009[11] Support lief am 27. April 2011 aus.[12]
9 Isadora Ubuntu 10.04 LTS 18. Mai 2010[13] Support lief im April 2013 aus.[12]
10 Julia Ubuntu 10.10 12. November 2010[14] Support lief im April 2012 aus.[12]
11 Katya Ubuntu 11.04 26. Mai 2011[15] Die in Ubuntu 11.04 neu eingeführte grafische Oberfläche Unity wird nicht verwendet, stattdessen wird weiterhin auf Gnome 2.32 gesetzt.[16] Sowohl Unity als auch die Gnome Shell aus der Gnome-3-Serie sind in den Repositories enthalten und können auf Wunsch zusätzlich installiert werden. Support lief bis Oktober 2012.[12]
12 Lisa Ubuntu 11.10 26. November 2011 Gnome 2 wird durch den Gnome-2-Fork MATE und ein angepasstes Gnome 3 ersetzt,[17] DuckDuckGo als Standard-Suchmaschine in Firefox. Support lief bis April 2013.[12]
13 Maya Ubuntu 12.04 LTS 23. Mai 2012 Langzeitsupport bis April 2017.[12] Es gibt vier verschiedene Ausgaben mit den Oberflächen KDE, Xfce, MATE sowie der neuen Benutzeroberfläche Cinnamon. Yahoo wird zusätzliche standardmäßig installierte Suchmaschine.[18]
14 Nadia Ubuntu 12.10 20. November 2012[19] Support bis April 2014.[12] Oberflächen MATE 1.4 sowie Cinnamon 1.6, KDE und Xfce, abermals optimiert im Speicherbedarf und mit einer Widget-Funktion.[20]
15 Olivia Ubuntu 13.04 29. Mai 2013[21] Support bis Januar 2014.[12] Oberflächen Cinnamon 1.8 sowie MATE 1.6.
16 Petra Ubuntu 13.10 November 2013[22]


Die hier aufgelisteten Versionen beziehen sich auf die als Main Edition getauften Versionen. Alle weiteren Varianten folgen zumeist wenige Wochen später. Die Codenamen sind weibliche Vornamen, deren Anfangsbuchstaben entsprechend den Versionsnummern alphabetisch fortlaufend sind.

Neben den normalen Versionen gibt es unter dem Namen Romeo eine Betaversion-ähnliche Debian unstable, aus der die selbst entwickelten Programme erst übernommen werden, wenn sich diese als hinreichend stabil erwiesen haben.



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